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Guter sozialer Austausch mit Achtsamkeit und Werteorientierung schützt vor Stress und beugt Burnout vor.

Mit Achtsamkeit und Werteorientierung Burnout vorbeugen

Burnout ist das Ergebnis von chronischer Überforderung, kombiniert mit fehlenden Erholungsphasen. Doch jeder kann präventiv handeln, um die eigene Gesundheit langfristig zu schützen.

Die wichtigen Schritte dazu: Auf sich selbst und die inneren Werte gut achten, die Resilienzsäulen zu fördern und mit Stress bewusst umzugehen.

Gibt es Burnout als eigenständige Erkrankung?

Der Begriff Burnout tauchte erstmals in den 1970er Jahren auf, in Studien von H.B. Bradley (1969) und H. Freudenberger (1974), die sich mit Erkrankungmustern bei helfenden Berufen (hier: Bewährungshelfer und Pflegepersonal in Kliniken) beschäftigten. Freudenberger beschrieb Burn-out dabei auch als superachiever-sickness – eine für unsere heutige Leistungsgesellschaft m.E. problematische Benennung.

Im Nachgang wurde das Burnout-Syndrom v.a durch die Sozialpsychologin Christina Maslach als Reaktion auf chronische Stressoren im Beruf beschrieben, mit diesen drei Dimensionen:

  1. eine ausgeprägte Erschöpfung (overwhelming exhaustion) durch fehlende emotionale und physische Ressourcen (Energien) als persönlicher Aspekt,
  2. Gefühle des Zynismus und der Distanziertheit (detachment) von der beruflichen Aufgabe (Job) als zwischenmenschlicher Aspekt (auch als Depersonalisation bezeichnet) und
  3. ein Gefühl der Wirkungslosigkeit (inefficacy – wegen mangelnder Ressourcen) und verminderter Leistungsfähigkeit als Aspekt der verminderten Selbstbewertung, mit der Folge eines reduzierten Selbstbildes bzw. reduzierter Selbstwirksamkeitserwartung.

Wer hier bereits etwas genauer hinschaut, sieht Ähnlichkeiten mit z.B. depressiven Störungen oder auch Anpassungsstörungen. Hier gibt es bisher keine klaren Abgrenzungen.
Deshalb ist bisher Burnout auch nicht als eigenständige Diagnose in den gängigen Klassifizierungssystemen DSM und ICD aufgenommen. Sondern wird Burnout als Zusatzdiagnose z.B. zu einer depressiven Episode oder Anpassungsstörung vergeben, v.a. wenn ein deutlicher Bezug zur Arbeit erkennbar ist.

Burnout – nur wer für etwas entzündet ist, kann dabei auch ausbrennen?

Auch wenn Burnout gerne mit Hochleistern und / oder Menschen in Tätigkeiten mit hohem Engagement, z.B. Lehrer, Ärzte und Pflegekräfte, verbunden wird, ist Burnout auch z.B. bei Menschen in Arbeitslosigkeit zu beobachten.

Wie kommt das? Hier lohnt ein Blick auf Faktoren, die die Entstehung von Burnout beeinflussen:

  1. Andauernder, chronischer Stress
    • Hier geht es nicht um ein reines „Zuviel“, sondern um ein erstmal subjektives Nicht-bewältigen-Können externer Anforderungen mit den zur Verfügung stehenden eigenen Ressourcen.
  2. Ungleichgewicht zwischen der subjektiv gezeigten Leistung und der subjektiv erhaltenen Belohnung dafür.
    • Das tritt v.a. im Arbeitskontext auf, denn hier ist die soziale Beziehung klar auf einen Austausch ausgelegt.
    • Auch hier ist der subjektive Aspekt relevant, denn die eigene Anstrengung wird nicht nur durch die externen Anforderungen wie Komplexität der Aufgabe (Qualität), Zeiterfordernisse (Quantität), Informations- und Ressourcenbereitstellung definiert.
    • Sondern auch durch die soziale Organisation – Führungs- und Kollegenverhalten spielen eine entscheidende Rolle.
    • Aber auch Persönlichkeitseigenschaften wie die eigene Verausgabungsbereitschaft / Überengagement, sozial erworbene Kommunikationsmuster des Nicht-Eintretens für eigene Bedürfnisse.

Dadurch spielen also auch Elemente erlebter Hilflosigkeit mit hinein – „Ich strenge mich doch so sehr an, aber das reicht nicht mehr zur Lösung.“ und „Ich bekomme irgendwie nichts mehr zurück.“ sind häufig genannte Wahrnehmungen der Betroffenen.

Drei Säulen der Burnout-Prophylaxe

Der Blick auf die Faktoren zeigt bereits Ansatzpunkte einer Burnout-Prophylaxe (und Therapie). Es gilt also, Stress wirksam zu reduzieren und zu bewältigen und zu lernen, mit einem „gesunden Maß“ an Engagement unter Beachtung der eigenen Bedürfnisse zu leben. Damit ist der Blick auch über das Arbeitsumfeld hinaus geweitet – es geht um „Life-Balance“.

  1. Stressmanagement:
    • Identifizieren der individuellen Stressoren und nachfolgendes Reduzieren, z. B. durch Zeit- und Selbstmanagement, Job Crafting.
    • Hinterfragen belastender Gedanken und Ersetzen durch positive Alternativen.
    • Aktives palliativ-regeneratives Stressmanagement durch Entspannung und gesunde Bewegung.
  2. Resilienzförderung:
    • Stärken des Selbstbewusstseins und Aufbau eines realistischen Optimismus.
    • Stärken sozialer Beziehungen als Ressource für schwierige Zeiten.
  3. Selbstfürsorge:
    • Verbessertes Selbstmanagement durch Planen bewusster Pausen und Erholungsphasen.
    • „Gesunder Genuss“ durch kleine Rituale, die Freude bereiten, wie einen Spaziergang oder Meditation.

Erfahren, wo man steht – Selbsttest

Meistens können wir gut beurteilen, wie es uns geht. Auch ohne die „Gesundheitsfunktion“ unserer Smartwatch oder Ähnlichem. Gerade aber unter länger andauerndem Druck verschwimmen die Grenzen, und ein Burnout macht dies umso stärker.

Burnout vermeiden erfordert Achtsamkeit und Werteorientierung

Zu wissen, wo man steht und wo man stehen will, hilft, besser auf sich zu achten. Es gibt aber noch mehr Aspekte, die die inneren Kraftquellen leeren und wieder füllen können. Diese besser kennenzulernen erfordert manchmal Hilfe, wie sie ein 1:1-Coaching oder ein Training in einer engagierten Gruppe anbieten können.

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